Die Ausstrahlung eines Fernsehwerbespots für Call of Duty Black Ops 7 wurde im Vereinigten Königreich aufgrund einer Entscheidung der Werbeaufsichtsbehörde des Landes verboten. Der Behörde für Werbungsstandards (ASA) stellte fest, dass der Werbespot sexuelle Gewalt verharmloste, was eine bedeutende regulatorische Maßnahme gegen eines der größten Gaming-Franchises darstellte.
Der Ersatzwerbespot zieht Beschwerden nach sich
Die fragliche Werbung mit dem Titel „The Replacementr: Airport Security“ erschien erstmals im November 2025 auf YouTube. Activision lief den Werbespot anschließend auf zwei großen britischen Fernsehsendern, ITV und Channel 5, um für den neuesten Teil der Call of Duty-Reihe zu werben.
Laut der offizielle ASA-EntscheidungNeun Personen reichten Beschwerde gegen die Werbung ein. Diese Beschwerdeführer argumentierten, dass der Werbespot sexuelle Gewalt trivial erscheinen ließe und fragten sich, ob der Inhalt sowohl unverantwortlich als auch beleidigend für die Zuschauer sei.
Der Werbespot basiert auf einer komödiantischen Prämisse, in der das reguläre Sicherheitspersonal des Flughafens durch inkompetente Ersatzkräfte ersetzt wird, da die eigentlichen Mitarbeiter Call of Duty Black Ops 7 spielen. Die Werbung begleitet einen Passagier durch die Sicherheitskontrollen am Flughafen.
Was in der Werbung dargestellt wurde
In dem Werbespot passiert ein Mann im blauen Hemd einen Metalldetektor an einer Sicherheitskontrolle am Flughafen. Nach Auslösen des Detektors beschlagnahmt das Sicherheitspersonal seine Uhr. Der männliche Sicherheitsbeamte informiert den Passagier dann darüber, dass er „zufällig ausgewählt wurde, um misshandelt zu werden“, und weist ihn an, „zur Wand zu schauen“.
Anschließend zieht eine Sicherheitsbeamtin ein Paar Handschuhe an und verkündet: „Zeit für das Puppenspiel.“ In einer anderen Szene aus der Werbung drückt der männliche Beamte einen tragbaren Metalldetektor gegen den Mund des Mannes und sagt: „Beißen Sie das, sie geht im Trockenen rein.“
Der Werbespot stellt diese Interaktionen als Teil seines komödiantischen Ansatzes dar, wobei das inkompetente Ersatzpersonal während des gesamten Vorführungsprozesses für absurde Situationen sorgt.
ASA trifft formelle Entscheidung
Die Advertising Standards Authority räumte in ihrer Entscheidung ein, dass die Zuschauer die Werbung wahrscheinlich als übertriebene Komödie interpretieren würden. Die Aufsichtsbehörde stellte außerdem fest, dass der Werbespot keine expliziten Inhalte oder tatsächliche Gewalttaten zeigte.
Die ASA kam jedoch zu dem Schluss, dass der Humor in der Werbung im Wesentlichen darauf beruhte, die Demütigung des Passagiers darzustellen und eine implizite Androhung einer schmerzhaften, nicht einvernehmlichen Penetration zu erzeugen. Diese Abhängigkeit von solchen Themen führte dazu, dass die Regulierungsbehörde feststellte, dass der Werbespot sexuelle Gewalt verharmlost.
Das Urteil verbietet künftig die Ausstrahlung der Werbung in britischen Fernsehsendern. Die Entscheidung gilt insbesondere für die Airport Security-Version der Werbekampagne „The Replacement“.
Activision Blizzard verteidigt Werbung
Activision Blizzard bestritt die Beschwerden und verteidigte den Werbespot in seiner Antwort an die ASA. Das Unternehmen argumentierte, dass sich die Werbung an ein erwachsenes Publikum richtete und dass sie keine sexuellen Anspielungen oder Darstellungen von Gewalt enthielt.
Der Herausgeber ging speziell auf den „Bite Down“-Dialog ein und erklärte, dass sich diese Zeile eher auf körperliche Beschwerden als auf sexuelle Handlungen beziehe. Activision betonte, dass der Passagier während des gesamten Werbespots vollständig bekleidet blieb und dass alle Szenen an einer öffentlichen Sicherheitskontrolle am Flughafen spielten.
Das Unternehmen erläuterte seine kreative Absicht weiter und charakterisierte die Charaktere von The Replacement als absurde Karikaturen. Laut Activision war die Komödie eher auf die Inkompetenz dieser Ersatzarbeiter zurückzuführen als auf ein Verhalten, das die Zuschauer nachahmen oder in realen Situationen für akzeptabel halten sollten.
Trotz dieser Einwände hielt die ASA am Werbeverbot fest. Die behördliche Entscheidung bedeutet, dass Activision diesen speziellen Werbespot nicht im britischen Fernsehen ausstrahlen kann, obwohl die Entscheidung offenbar keine Auswirkungen auf andere Marketingmaterialien von Call of Duty hat.
Auswirkungen auf das Call of Duty-Marketing
Dies ist ein bemerkenswertes Beispiel für regulatorische Eingriffe in die Werbung für Videospiele im Vereinigten Königreich. Call of Duty bleibt eines der am stärksten vermarkteten Gaming-Franchises weltweit, wobei Activision erheblich in Fernseh-, Digital- und Außenwerbekampagnen investiert.
Der Replacementr-Charakter erschien im Laufe der Jahre in mehreren Call of Duty-Werbespots, in denen in der Regel ein Schauspieler in verschiedenen Szenarien die Rolle von Personen übernimmt, damit diese das neueste Spiel spielen können. Diese besondere Hinrichtung wurde aufgrund des spezifischen Kontexts und Dialogs im Sicherheitsumfeld des Flughafens einer genauen Prüfung unterzogen.
Das Verbot gilt nur für Fernsehübertragungen im Vereinigten Königreich. Der Werbespot bleibt auf digitalen Plattformen wie YouTube verfügbar, wo die Inhaltsbestimmungen von den Standards des Rundfunkfernsehens abweichen. Activision hat nicht angegeben, ob es beabsichtigt, die Werbung zu ändern oder gegen die ASA-Entscheidung Berufung einzulegen.
Beobachter der Gaming-Branche weisen darauf hin, dass dieses Urteil Einfluss darauf haben könnte, wie Verlage in zukünftigen Gaming-Werbungen mit Comedy umgehen, insbesondere wenn es um die Darstellung von Szenarien mit physischen Interaktionen oder Autoritätspersonen geht.

