Das Tragische Tod von drei minderjährigen Schwestern in Ghaziabad am Mittwoch, dem 4. Februar, die angeblich aus ihrer Wohnung im neunten Stock gesprungen sind, nachdem ihre Eltern die Nutzung von Mobiltelefonen eingeschränkt hatten, haben bei Fachkräften für psychische Gesundheit in Karnataka sofortige und erneute Besorgnis ausgelöst. Der Vorfall hat die schweren psychischen Entzugserscheinungen, die mit der digitalen Abhängigkeit einhergehen, deutlich gemacht und Experten am Institut dazu gezwungen Nationales Institut für psychische Gesundheit und Neurowissenschaften (NIMHANS) um die Notwendigkeit einer klinischen Intervention anstelle eines einfachen Verbots zu bekräftigen.
Während die Polizei von Ghaziabad weiterhin die spezifischen Auslöser untersucht, darunter eine mögliche Abhängigkeit von koreanischen Aufgabenspielen oder sozialen Medien, ist die Reaktion in Bengaluru von äußerster Vorsicht geprägt. Die staatliche Infrastruktur für psychische Gesundheit, insbesondere die SHUT-Klinik (Service for Healthy Use of Technology), verzeichnet einen stetigen Anstieg der Zahl Jugendlicher, die Hilfe bei „problematischem Technologieeinsatz“ suchen.
Die „Dopaminfalle“ und der Entzug
Dr. Manoj Kumar Sharma, Professor für Klinische Psychologie und Direktor der SHUT-Klinik am NIMHANS, erzählt Der Hindu dass der Vorfall in Ghaziabad ein Beispiel für die extremen Verhaltensreaktionen ist, die auftreten können, wenn eine „digitale Krücke“ abrupt ohne Unterstützung entfernt wird.
Laut Dr. Sharma sind Gaming-Plattformen so konzipiert, dass sie immersiv sind und konstante Belohnungssysteme nutzen, die die Freisetzung von Dopamin auslösen. „Diese Designmerkmale schaffen ein Erfolgs- und Zugehörigkeitsgefühl, das manche Kinder in der Offline-Welt möglicherweise nicht erleben“, erklärte er. Wenn dieser Zugang unterbrochen wird, insbesondere bei Jugendlichen, deren Impulskontrollsysteme sich noch in der Entwicklung befinden, kann die Reaktion unbeständig sein.
Die SHUT-Klinik hat beobachtet, dass Gaming selten das einzige Problem ist; es maskiert oft zugrunde liegende emotionale Schwachstellen. „Gaming wird oft eher zu einer Form der emotionalen Flucht als zur Unterhaltung“, bemerkte Dr. Sharma. „In solchen Fällen wird die Einschränkung der Bildschirmzeit allein das Problem nicht lösen, es sei denn, die zugrunde liegende Belastung, sei es akademischer Verfall, Einsamkeit oder mangelnde soziale Unterstützung, wird erkannt und behandelt.“
Karnatakas Suchtstatistik
Daten aus einer aktuellen NIMHANS-Studie, die von Dr. Sharma zitiert wurde, zeichnen ein besorgniserregendes Bild für den Staat. Die Prävalenz der Technologiesucht in Karnataka wird auf geschätzt 10,69 %.
- Handysucht: Konten für 8,91 % der Fälle.
- Spielsucht: Konten für 2,55 %.
Während 2,55 % statistisch gesehen gering erscheinen mögen, bedeutet dies in einem Staat mit einer hohen Dichte an digitalem Zugang wie Karnataka, dass dies eine erhebliche Anzahl gefährdeter Jugendlicher bedeutet. Auch der Anfang dieser Woche vorgelegte Economic Survey 2025-26 wies auf dieses Problem hin und stellte fest, dass die SHUT-Klinik und das staatliche „Digital Detox Centre“ derzeit die einzigen spezialisierten Puffer gegen eine wachsende nationale Krise seien.
Die Rolle von Politik und Elternschaft
Die Tragödie hat auch die Aufmerksamkeit auf sich gezogen Online Gaming (Regulation) Act, 2025das darauf abzielt, finanziellen Schaden und Sucht durch ein Verbot von Wetten und die Regulierung von Inhalten einzudämmen. Experten argumentieren jedoch, dass Gesetze das elterliche Engagement nicht ersetzen können.
Dr. Murali Krishna, Fachärztin für Psychiatrie am Aster RV Hospital in Bengaluru, betonte, dass die „Normalisierung“ von Bildschirmen als digitale Babysitter den Aufbau persönlicher Beziehungen untergraben habe. „Kinder, die viele Stunden mit Spielen verbringen, zeigen möglicherweise Gereiztheit und Ungeduld, wenn sie aufgefordert werden, damit aufzuhören. Die ständige Stimulation veranlasst das Gehirn, nach schnellen Belohnungen zu suchen, wodurch Routineaktivitäten weniger spannend werden“, sagte er.
NIMHANS hat auf diese Lücke mit der Einführung des reagiert Elterngruppe für das Management von Technologiesucht (PGMTA). Seit Juli 2025 haben diese samstäglichen Online-Sitzungen über 5.500 Eltern angezogen, was durchschnittlich 300 Anmeldungen pro Woche entspricht. Die Sitzungen konzentrieren sich auf „Cyberkompetenz“ und Konfliktlösung und vermitteln Eltern, dass das gewaltsame Entfernen von Geräten, wie es angeblich im Fall Ghaziabad versucht wurde, oft zu aggressivem Widerstand oder Selbstverletzung führen kann, wenn nicht mit psychologischer Betreuung umgegangen wird.
Warnzeichen für Eltern
Experten haben spezifische Warnsignale beschrieben, die „Begeisterung“ von „Sucht“ unterscheiden:
- Schlafstörung: Langes Aufbleiben zum Spiel beeinträchtigt die Stimmung und die Belastbarkeit.
- Sozialer Rückzug: Offline-Freundschaften durch Online-Avatare ersetzen.
- Akademischer Niedergang: Ein plötzlicher Notenabfall aufgrund mangelnder Konzentration.
- Körperliche Aggression: Intensive Wut, wenn das Gerät weggenommen oder die Internetverbindung getrennt wird.
Während die polizeilichen Ermittlungen zum Selbstmord in Ghaziabad weitergehen, ist die Botschaft der medizinischen Gemeinschaft von Karnataka klar: Digitale Sucht ist eine Krise der öffentlichen Gesundheit, und ihre Behandlung erfordert Einfühlungsvermögen und professionelle Hilfe, nicht nur strenge Disziplin.

